Spielewochenende #001 – Beim Brettagogen

Ich verbringe gerne mal ein Wochenende bei anderen spieleverrückten Bloggern und spiele mich so richtig aus. Dieses Mal war ich beim Brettagogen eingeladen und was für ein fulminantes Ereignis. Begonnen wurde unser Fest mit dem Prototypen für TIME STORIES von meinem Namensvetter Stephan von „Spiel doch mal!“.  Darin wird bewiesen, wie viel noch aus dem System von TIME STORIES zu holen ist. Space Cowboys, zieht Euch warm an, da kommt was auf Euch zu!

Anschließend bewachten einige von uns den TEMPEL DES SCHRECKENS. Zwei Wächterinnen versuchten die Abenteuer zu überzeugen, dass in ihren Karten sicher keine Feuerfalle versteckt ist. Herrlich gut auf das wesentliche reduziert, könnte dieses Spiel für mich ein neuer Klassiker für größere Runden werden.

In der Nacht haben wir uns dann noch auf eine LOST EXPEDITION gegeben. Auch wenn bei mir der Grafikstil keine Begeisterungsstürme auslöst wie so bei manch anderem, gefiel mir der kooperative Marsch durch den Dschungel recht gut.

Am Samstag gab es eine große Zusammenkunft von Bloggern: Chris, also die Hälfte der Haschimitenfürsten, der Würfelmagier Dirk, der Bretterburg-Chris, der Brettagoge und meine Wenigkeit. Ergänzt wurde unser Gespann durch die „Externe“ Johanna.

Es begann mit einer Schleichfahrt: ich war CAPTAIN SONAR und durfte mit meinem ersten Offizier und Steuermann zweimal gegen eine ebenso dreiköpfige generische Crew antreten: einmal haben uns die Torpedos versenkt, beim zweiten Mal waren wir erfolgreich. Spielt sich zwar zu acht eleganter, ist aber trotzdem einfach ein klasse Spiel.

Mein aktuell liebstes Quiz wurde danach ausgepackt: Chris hatte sich selber Fragen ausgedacht und wie nicht anders zu erwarten war, hat sich bei ihm das jahrelange Anschauen von Quizshows bezahlt gemacht: die Fragen waren top. Auf „Schwer“ oder „In your dreams“ wie es hier netterweise genannt wird, konnten wir noch nicht gewinnen, aber es wird passieren –  irgendwann. Mit der richtigen Gruppe. Vielleicht, wenn ich nicht dabei bin.

Ich mag Spiele mit außergewöhnlichem Thema – als junge Nonne war ich allerdings noch nie auf der Flucht vor zwei älteren Ordensschwestern. Danke an NUNS ON THE RUN, dass ich nun auch diese Erfahrungslücke schließen konnte. Man kann es gut mit SCOTLAND YARD vergleichen, nur, dass alle bis auf einen Mister X spielen dürfen. Chris gelang es zwar, einige von uns zu fangen, aber ich war recht feige und konnte deswegen nicht rechtzeitig ankommen. Einige störte, dass alle Züge verdeckt sind und man den Fortschritt der Mitspieler nicht ablesen kann. Mir bereitete es Vergnügen, mich vor der Ordensschwester Chris zu verstecken.

Danach bauten wir in BETWEEN 2 CITIES parallel an zwei Städten. Wir geben Plättchen weiter, wählen zwei aus und legen jeweils rechts und links eines an. Für mich glatter Durchschnitt mit langweiliger Grafik.

Es folgte eine Gruppenaufteilung, sodass ich mit einem Schiff in JAMAICA umhersegeln konnte. Das war recht angenehm: zwei Würfel werfen, Karte ausspielen, Figuren vorsetzen, Waren einsammeln. Einfach und angenehm, tut keinem weh.

Absolut ausgeknockt wurde ich von TIKI TOPPLE, dass eher den Namen Tiki Kacki verdient hätte. Für mich ist dieses Spiel recht entscheidungsfrei – völlig dem Zufall ausgeliefert und mit Karten, die man quasi als letzter Spieler der Runde ausspielen muss, gehört es für mich direkt in die Spielehölle geworfen.

HOSTAGE NEGOTIATOR war als nächstes dran und langsam zweifle ich mein Verhandlungsgeschick an, denn zum zweiten Mal in Folge konnte ein Anfänger das Geiseldrama beenden, was mir in meinen ca. 15 Runden noch nicht gelang. Liegt es etwa doch an mir?

Inzwischen war es schon dunkel draußen und die ersten Gäste verabschiedeten sich. Zweit für die Hexe, Zeit für bei BROOM SERVICE. Mir fällt nach wie vor ein Stein vom Herzen, wenn meine mutig gespielte Karte erfolgreich durchgeht. Gutes Spiel, viel Emotionen, da wurde alles richtig gemacht, wobei ich die etwas direktere Form ohne Spielbrett bei WIE VERHEXT fast bevorzuge.

Ich habe auch keine Ahnung, was uns da geritten hat, aber wir haben danach tatsächlich noch WITNESS gespielt. Um 2 Uhr nachts sollten wir uns nochmal richtig konzentrieren und die Informationen von Ohr zu Ohr weitergeben. Über die Startfälle bin ich in mehreren Runden leider noch nicht weitergekommen.

Dann endlich Schlafenszeit für mich und der nächste Tag begann mit AUF DEN SPUREN VON MARCO POLO – ein absolutes Topspiel. Leider hatte sich Nico zu Beginn durch einen ungeschickten Zug direkt selber ins Abseits katapultiert, sodass ich mit meinem Beammönch fix von Ort zu Ort reisen konnte.

GIPFELKRAXLER war mir zuvor gänzlich unbekannt. Ein Amigo-Spiel von Friedemann Friese – interessant. Durch die bekannten Kniffelkombinationen schubsen wir uns gegenseitig an den Gipfel. War okay, sehr seicht.

Zum Abschluss wurde ROKOKO serviert. Gespielt hatte ich es vorher noch nie, erinnert mich aber stark an DIE SÄULEN DER ERDE. Ein gut ausbalanciertes Kennerspiel.

Fazit: Nach solch einem Spielemarathon überlege ich mir immer, ob ein für mich neues Spiel angeschafft werden muss. TEMPEL DES SCHRECKENS, KNEIPENQUIZ, HOSTAGE NEGOTIATOR, BROOM SERVICE, WITNESS, MARCO POLO besitze ich schon. Der Rest war meist gut, aber kein neues Spiel dabei, das es in meine Sammlung schaffen würde. Das Wochenende selber schafft es aber in meine Sammlung – in meine Erfahrungssammlung für schöne Spielezeit mit durchweg sympathischen Menschen.

2 Kommentare

  1. Ich bin beeindruckt und ein bisschen neidisch 😀
    So ein Wochenende gestaltet sich in meinem Freundeskreis leider immer relativ schwer. Kann aber auch daran liegen, dass ich kaum Freunde mit einer Spielesammlung habe ^^

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