UNLOCK! 2 : ZWEIngeschlossen in drei Fällen!

Bei der UNLOCK!-Reihe ist es ein bisschen wie Fasching. Dieses Mal darf ich in ein Vampiroutfit, einen Taucheranzug und in ein Piratenkostüm schlüpfen und mehr oder weniger nüchtern ein Abenteuer bestehen. Beim Fasching wäre das Abenteuer den Weg nach Hause zu finden, hier sind es die gestellten Rätsel zu lösen.

UNLOCK! 2 präsentiert wie der Vorgänger gebündelt drei Fälle und schickt uns in ein Gruselhaus, in ein U-Boot und auf TONIPAL ISLAND. Die Geschichten werden kartenbasiert und mit Hilfe einer App erzählt und stellen uns vor typische Escaperoom-Aufgaben. Die Spielreihe erinnert mich oft an die Adventures aus meiner Kindheit, denn man sammelt allerhand Gegenstände, die miteinander kombiniert werden können, indem man deren Kartennummern addiert und die Ergebniszahl aus dem Kartenstapel sucht.

Neu sind in dieser Ausgabe die Maschinen, die mit einem grünen Zahnrad markiert sind. Tippe ich die Kartennummer in die App ein, kann ich mit der dargestellten Apparatur interagieren. Auf dieses neue Feature habe ich mich besonders gefreut, denn es würde ganz neue Optionen für Rätsel ermöglichen. Der Konjunktiv ist wohlüberlegt gewählt, denn leider verschenkt in meinen Augen UNLOCK 2 sein Potential an dieser Stelle. Im ersten Fall kommen grünen Maschinen erst gar nicht vor, und die anderen Abenteuer beschränken sich dann auf das Antippen von Knöpfen. Schade!
Positiv ist die Soundkulisse durch die App hervorzuheben, die zum Setting eine passende Atmosphäre schafft. In der verwunschenen Villa ist etwas grusliger, im U-Boot hört man die Wassertropfen auf den Boden einschlagen und am Strand lausche ich dem Wellenrauschen. Auch einige Rätsel nutzen die Soundmöglichkeiten der App aus – gut!
Die Soundkulisse harmonisiert mit dem Grafikstil, denn alle drei Fälle untermalen mit ihrem Layout die jeweils angepeilte Stimmung ideal.

Die Rätsel schwanken von der Qualität stark, was damit zusammenhängen könnte, dass jede Geschichte von einem anderen Autor geschrieben wurde. Laut Packungsangabe steigt die Schwierigkeit mit jedem Abenteuer an.
Das „HAUS AUF DEM HÜGEL“ ist für mich glatter Durchschnitt, denn es bietet wenig Neues. Wer bereits die ersten drei UNLOCK-Fälle gespielt hat, hat alles schon mal gesehen und wird sich schnell durch die Geschichte spielen.
„DAS WRACK DER NAUTILUS“ überforderte uns total. Einige Rätsel interferieren miteinander, d.h. Hinweise könnten auf mehrere Rätsel passen. So haben wir viel Zeit verloren, weil die eigentlichen Hinweise dafür erst später kamen, wir uns aber schon 15 Minuten unsere Köpfe zerbrochen haben. Frustrierend! Irgendwann lagen so viele Karten vor uns, dass wir versuchten, jeden Hinweis mit jedem Rätsel zu verknüpfen. Darüber hinaus erschienen uns einige Rätsel unsauber und nicht ganz logisch. Gekrönt wurde unsere Frustration durch die drakonischen 3-Minuten-Strafen, die man manchmal nur schon dafür bekommt, weil man eine Karte umdreht. Unsere Gruppe war ab dann völlig verunsichert und traute sich kaum mehr Karten anzuschauen oder zu kombinieren, selbst wenn es uns einleuchtend erschien. Nochmal die Nautilus besuchen möchte ich jedenfalls nicht.
Doch zum Glück gab es noch DEN SCHATZ AUF TONIPAL ISLAND zu heben. Dieses Abenteuer stimmt mich letzten Endes doch versöhnlich mit UNLOCK 2, denn hier passten sowohl Rätselschwierigkeit, als auch Geschichte. Viele Anspielungen auf Monkey Island ließen mein Adventureherz höher schlagen, und die App wurde besser (aber mit Luft nach oben) eingebunden, z.B. wurden einige Texte eingesprochen, was die Piraten-Atmosphäre unterstrich. Der Vergleich mit meinem Lieblingsfall aus dem ursprünglichen UNLOCK! drängt sich auf, denn dort wurde mit IN DER MAUSEFALLE ein MANIAC MANSION-Thema passend verspielt.

Insgesamt hinterlässt mich UNLOCK! 2 mit gemischten Gefühlen zurück. Wenn man wie in Frankreich die Fälle einzeln kaufen könnte, würde ich raten, nur zum Piratenthema zu greifen. Da dies hier aber nicht geht, ich den dritten Fall aber wirklich gelungen fand, wäre mein Rat: legt zusammen, und leiht Euch dann im Freundeskreis die Fälle aus. Da am Spielmaterial keine Veränderungen vorgenommen werden, kann eine neue Gruppe sie wieder spielen, und dann kann man sie wieder weitergeben, und dann wieder …

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