Gedankenbläschen #005: Spielen verbindet Generationen?

Spielen verbindet Generationen, sagt man. Bei meinem Neffen und meinem Vater schien es nicht zu klappen. Meinem Neffen ist es wohl wie mir in die Wiege gelegt worden, gerne zu spielen. Nur leider funktionierte es am Tisch nicht so recht. Formel 1, Bohnanza und Catan sollen es sein. Für seine sechs Jahre eigentlich viel zu früh, doch mit anderen Titeln konnte ich ihn nicht locken. Die „Erwachsenen“-Spiele sind gut, anderes sei nur Kinderkram. Die Regel zu lernen, war nicht das Problem, eher das Verlieren zu lernen. Regelmäßig kochten die Emotionen am Spieltisch hoch. Meine erste Idee: Kooperative Spiele sind die Lösung! Gemeinsames Verlieren ist halbes Leid bzw. gemeinsames Gewinnen ist volle Freude. Mitnichten! Das Konzept, dass man gegen das Spiel agiert, war zu abstrakt. Es wurde von ihm als langweilig empfunden, und schnell verlor er das Interesse und ich meine Geduld.
Mein Vater kam auf eine andere Idee. CATAN, das Computerspiel, zusammen gegen die KI. Mein Neffe und er diskutierten: lieber eine Entwicklungskarte kaufen oder auf die Siedlung sparen. Sie entschieden gemeinsam und trugen die Konsequenzen gemeinsam. Verlieren war nun möglich. Der Ehrgeiz, es bei Misserfolg erneut zu versuchen, war geweckt. Es schweißte sie zusammen, und man konnte förmlich die Freude meines Vaters herauslesen, als er mir eine Nachricht auf mein Handy sendete: „Wir haben Catan am Computer gespielt. Die anderen waren im IKEA“.

Ein Kommentar

  1. Witzig, dass gerade die Computerspiel-Version sie so überzeugt. Ich dachte mir auch schon oft, dass viele Spiele auch gut am PC funktionieren würden, genieße dann aber doch die Haptik und vor allem die Narration der Spielzüge.

    Dazu könntest du auch Mal was schreiben, finde ich 🙂

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